ROAD JOURNAL · Reiseblog
im Hürtgenwald
01 / Größte Schlacht des WWII
auf deutschem Boden im Hürtgenwald
Manchmal sind es die Tage, die auf den ersten Blick nach schlechtem Timing aussehen, die am Ende unvergesslich bleiben. So begann unser Abenteuer im Hürtgenwald unter grauen Wolken und bei starkem Dauerregen. Der Jeep war vollgepackt mit allem, was man für ein Wochenende draußen braucht – Gaskocher, Tisch, Stühle und Zelt – und los ging es Richtung Nideggen. Die Autobahn führte uns vorbei am gigantischen Tagebau Garzweiler, ein Anblick, der die Dimensionen menschlicher Eingriffe in die Landschaft eindrucksvoll vor Augen führt.
Am späten Nachmittag erreichten wir den Campingplatz, idyllisch gelegen am Bach und direkt unterhalb der imposanten Burg Nideggen. Der Regen ließ nicht nach, also hieß es: Zelt aufbauen im Nassen, Tarp am Jeep befestigen und sich einrichten. Mit tropfender Kapuze auf dem Kopf und nassen Händen kam der erste Klassiker auf den Tisch – eine Dose Ravioli, zubereitet auf dem Gaskocher. Einfach, aber für diesen Moment genau das Richtige. Später, eingekuschelt im Zelt, gab es noch einen Actionfilm auf dem Tablet, bevor wir in die Schlafsäcke krochen. Der Regen trommelte aufs Zeltdach und begleitete uns in die Nacht.
Am nächsten Morgen dann die Belohnung: Der Regen hatte endlich aufgehört, und als der Junior noch im Schlafsack lag, machte ich mir einen Kaffee im Perkolator. Das leise Plätschern des Flusses im Hintergrund, die klare, feuchte Luft und der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee – mehr Abenteuer-Feeling braucht es nicht. Nach dem Frühstück packten wir zusammen, verstauten das Zelt und machten uns auf den Weg ins Herz des Hürtgenwaldes.
Die Fahrt führte durch eine malerische Landschaft, hinauf in die bewaldeten Höhen. Am Waldrand geparkt, dauerte es nur wenige Meter, bis uns die Geschichte einholte. Erste Schützengräben, ein gesprengter Bunker – Relikte des Zweiten Weltkriegs, die noch heute stumm von den Schlachten hier erzählen. Die eigentliche Tour führte uns über rund zehn Kilometer durch dichte Wälder, vorbei an Bunkern, Einschusslöchern und Betonruinen. Manche Anlagen waren noch begehbar, beklemmend eng, mit Spuren von Explosionen an den Wänden. Geschichte zum Anfassen – und gleichzeitig ein bedrückendes Gefühl, wenn man sich vorstellt, was hier vor rund 80 Jahren geschehen ist. Auch für Kinder wird die Vergangenheit auf diese Weise greifbar.



Nach Stunden im Wald, zwischen Mahnmalen der Vergangenheit und der Ruhe der Natur, ging es zurück zum Jeep. Auf dem Heimweg machten wir noch Halt an einer Aussichtsplattform am Tagebau – ein gewaltiger Kontrast zum historischen Wald. Zum Abschluss gab es ein kräftiges Abendessen: Schnitzel und Steak, der perfekte Schlusspunkt für ein gelungenes Wochenende.
So endete unser Vater-Sohn-Abenteuer. Zwei Tage voller Regen, Natur, Geschichte und gemeinsamer Erlebnisse, die uns beide noch lange begleiten werden. Quality Time at its best.

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