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GEAR REVIEW / CAMP COOKING

Petromax RF33: Kaffee, Feuer und Novemberwetter

Kaffee bei Novemberwetter: Der Petromax RF33 bringt kräftige Holzfeuer-Hitze ins Jeep-Camp. Mein Praxistest mit Stärken, Grenzen und Hinweisen zur Pflege.

27. November 2024 Florian Gendritzki

Nasses Laub, die Kapuze tief im Gesicht und ein Kaffee, der auf Holzfeuer heiß wird: Der Petromax RF33 muss bei mir draußen arbeiten. Der Raketenofen liefert kräftige Hitze und passt gut zum Jeep-Camp. Sein Gewicht und die Temperaturregelung setzen ihm aber klare Grenzen.

Kaffee bei Novemberwetter

Am 27. November 2024 stehe ich mit dem Jeep im herbstlichen Wald. Es ist nass und windig, und besonders einladend sieht das Wetter nicht aus. Der RF33 steht vor dem Fahrzeug. Auf seiner Kochfläche sitzt der Kaffeekocher. Für meinen Praxistest brauche ich kein aufwendiges Menü: Wasser erhitzen, einen warmen Kaffee machen und sehen, wie sich der Ofen dabei bedienen lässt.

Trockenes Holz hinein, anzünden, nachlegen. Der RF33 braucht weder Strom noch eine Gaskartusche. Ich muss mich aber um das Feuer kümmern und einen geeigneten Platz dafür wählen.

Kaffee kochen vor dem Jeep am 27. November 2024.
Kaffee kochen vor dem Jeep am 27. November 2024.

Viel Hitze aus einer kleinen Feuerstelle

Der Raketenofen führt die Luft durch eine seitlich zugängliche Brennkammer nach oben zur Kochstelle. Dieser Kamineffekt ist das Grundprinzip des RF33. Im Betrieb entsteht eine kräftige Hitze unter dem Kaffeekocher. Mein Eindruck mit trockenem Brennstoff ist, dass das Feuer gut arbeitet und vergleichsweise wenig raucht.

Das Anfeuern klappt unkompliziert. Für heißes Wasser und eine kleine warme Mahlzeit gefällt mir die kräftige Hitze.

Seitliche Brennstoffzufuhr und offene Klappe: Hier lässt sich das Holz nachlegen und das Feuer beobachten.
Seitliche Brennstoffzufuhr und offene Klappe: Hier lässt sich das Holz nachlegen und das Feuer beobachten.

Nachlegen gehört zum Kochen dazu

Die seitliche Ablage hilft dabei, längere Holzstücke an der Brennkammer zu führen. Ich kann den Brennstoff nachschieben und das Feuer im Blick behalten. Das ist übersichtlich, macht den RF33 aber nicht zu einem Kocher, den ich einfach unbeaufsichtigt laufen lasse.

Besonders deutlich wird das bei der Temperatur. Es gibt keinen Regler, den ich wie am Gasherd auf eine kleine Flamme drehe. Über Brennstoffmenge und Luftzufuhr kann ich Einfluss nehmen, die Abstimmung bleibt jedoch gröber. Für Kaffee oder schnelles Erhitzen gefällt mir das. Bei Gerichten, die lange und sanft köcheln sollen, brauche ich mehr Geduld und Aufmerksamkeit.

Trockenes Holz zum Anfeuern.
Trockenes Holz zum Anfeuern.
Der Kaffeekocher steht über der heißen Kochfläche; beim Umgang mit dem Ofen trage ich Handschuhe.
Der Kaffeekocher steht über der heißen Kochfläche; beim Umgang mit dem Ofen trage ich Handschuhe.

Robust genug fürs Camp, schwer genug für den Jeep

Die robuste Bauweise ist für mich eine Stärke. Edelstahl, Gusseisen und die Tragegriffe passen zu einem Gerät, das im Campinggepäck mitfahren soll. Gleichzeitig ist der RF33 mit rund 6,5 Kilogramm kein Leichtgewicht. Im Jeep stört mich das deutlich weniger als bei einer Tour zu Fuß.

Damit ist sein Einsatzgebiet für mich klar: Fahrzeugcamping, ein fester Platz draußen oder eine Pause, bei der ich den Kocher nicht weit tragen muss. Für einen Rucksack würde ich eine andere Lösung wählen. Zum rustikalen Kochen mit dem Jeep passt er gut.

Nach dem Kaffee ist noch nicht alles erledigt

Ein Holzfeuer hinterlässt Spuren. Der RF33 bleibt nach der ersten Nutzung nicht so sauber wie beim Auspacken. Asche entfernen und die gusseisernen Teile pflegen gehören für mich dazu. Vor dem Einpacken muss der Ofen vollständig abkühlen.

Ich stelle den Ofen auf einen sicheren, nicht brennbaren Untergrund und halte Abstand zu brennbaren Dingen. Dabei beachte ich die Anleitung und die Feuerregeln vor Ort. Der RF33 gehört ins Freie, nicht in den Jeep oder ein geschlossenes Zelt.

Pros und Cons aus meinem Praxistest

Was mir gefällt

  • Robuste Bauweise für den Transport im Fahrzeug.
  • Kräftige Wärme zum Erhitzen von Wasser und kleinen Mahlzeiten.
  • Bedienung und Nachlegen gut nachvollziehbar.
  • Kochen ohne Strom und Gaskartusche.
  • Mit trockenem Holz in meinem Test vergleichsweise wenig Rauch.

Was ich berücksichtige

  • Rund 6,5 kg sind für Touren zu Fuß viel Gewicht.
  • Temperatur lässt sich weniger fein einstellen als am Gasherd.
  • Holz muss nachgelegt und das Feuer beaufsichtigt werden.
  • Abkühlzeit, Asche und Gusseisenpflege gehören dazu.
  • Nutzung hängt von sicherem Standort und erlaubtem Feuer ab.

Mein Fazit: Ein Kocher für das Fahrzeugcamp

Der RF33 passt zu meinem Camp. Der Jeep trägt das Gewicht, ich kümmere mich um das Feuer, und am Ende habe ich eine warme Tasse Kaffee in der Hand. Für mich gehört genau das zum Draußensein dazu.

Fürs Campen mit dem Fahrzeug finde ich ihn gut. Wer zu Fuß unterwegs ist oder die Hitze fein regeln möchte, braucht eine andere Lösung. Das Gewicht und die grobe Temperaturregelung sind für mich seine größten Nachteile.

Kocht ihr unterwegs lieber mit Holz oder Gas – und was muss ein Kocher für euch können?

Technische Angaben und Anleitung: Petromax: Raketenofen RF33. Technische Herstellerangaben wurden am 11.10.2026 geprüft; persönliche Eindrücke beziehen sich auf meinen Einsatz.

Praxistest: 27.11.2024. Ergänzende Detailaufnahmen: 01.12.2024.